Als Aline Rotter-Focken im Sommer 2021 in Tokio olympisches Gold gewann, schrieb die Ringerin aus Hüls deutsche Sportgeschichte. Heute, einige Jahre nach ihrem größten Triumph, hat sich ihr Leben verändert. Die 33-Jährige lebt weiterhin im Schwarzwald in Triberg, ist Mutter von zwei Kindern und kommt regelmäßig in ihre Heimat nach Hüls. „So oft wie möglich, etwa fünf bis zehnmal im Jahr“, sagt sie. Zuletzt war sie an Weihnachten 2025 dort.

Im Stadtteilchat für HÜLS life hatte Rotter-Focken 2021 gesagt, sie wolle nach ihrer Karriere reiten und Klavierspielen lernen, nach Australien reisen und endlich alle Familienfeiern mitnehmen können. „Leider nur letzteres“, sagt sie heute schmunzelnd. „Das Leben und zwei süße Kids kamen dazwischen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.“

Mit Blick auf die mögliche Olympiabewerbung der Rhein-Ruhr-Region, über die in Krefeld am 19. April per Bürgerentscheid abgestimmt wird, wirbt sie für Zustimmung. „Die Vorteile von Olympia kann man nicht in Geld aufrechnen. Sport verbindet Menschen und schafft ein Wir-Gefühl, das wir gut gebrauchen können“, sagt die Olympiasiegerin. Gerade für Kinder seien große Sportereignisse wichtig, weil sie Vorbilder schaffen und zum Mitmachen motivieren.

Sollte Olympia tatsächlich in die Region kommen, wäre das für sie etwas Besonderes. „Dieses Ambiente mit der eigenen Heimat verbunden zu erleben, wäre traumhaft“, sagt Rotter-Focken, die sich auch eine Rolle als Botschafterin vorstellen könnte.

Beruflich ist sie weiterhin eng mit dem Sport verbunden. Rotter-Focken arbeitet als Leistungssportreferentin beim Deutschen Ringer-Bund und ist zusätzlich als Speakerin und Moderatorin tätig. Den Wettkampf vermisst sie manchmal noch. „Dieses besondere Gefühl der Anspannung und das Gewinnen fehlen schon“, sagt sie. „Die harte Arbeit dahinter vermisse ich allerdings nicht.“ (tob)

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Bürgerentscheid zur Olympiabewerbung 

Rund 175.000 Krefelder haben dieser Tage Post erhalten: In einem Umschlag mit dem Aufdruck „Eilige Wahlsache“ befinden sich die Unterlagen für den Bürgerentscheid zur Olympiabewerbung der Region Rhein-Ruhr. Krefeld gehört zu 17 Städten, die die Olympischen und Paralympischen Spiele der Jahre 2036, 2040 oder 2044 in die Region holen möchten. Sollte sich die Region später auch im Auswahlverfahren des Deutschen Olympischen Sportbundes durchsetzen und international den Zuschlag erhalten, würden in der Krefelder Yayla-Arena die Wettbewerbe im Taekwondo und im Rollstuhlrugby stattfinden.

Zunächst ist jedoch die Bürgerschaft gefragt: Alle Deutschen und EU-Bürger ab 16 Jahren mit Wohnsitz in Krefeld können über die Frage abstimmen, ob sich die Stadt an der Bewerbung beteiligen soll. Die Stimmzettel müssen bis spätestens 15. April zurückgesendet werden. Alternativ können die Unterlagen bis zum 19. April um 16 Uhr in den Nachtbriefkasten des Rathauses eingeworfen werden.

Damit das Ergebnis gültig ist, müssen sich mindestens zehn Prozent der Wahlberechtigten beteiligen. Die Auszählung erfolgt am 19. April ab 18 Uhr im Berufskolleg Vera Beckers. Ein Ergebnis wird, je nach Wahlbeteiligung, zwischen 20 und 21 Uhr erwartet. Wer bis zum 10. April keine Unterlagen erhalten hat, kann sich beim Wahlamt melden (Telefon 02151 / 86 44 90, E-Mail: briefwahl@krefeld.de). (red)

BU: Aline Rotter-Focken gewann Gold bei Olympia. Foto(c) Tom Weller/24passion