Hans Schlickum hat den Aufstieg der Krefeld Pinguine nicht aus der Distanz verfolgt. Der 64-Jährige war in der vergangenen Saison bei fast jedem Heimspiel dabei, nur einmal fehlte er wegen eines beruflichen Termins. „Irgendwann habe ich gemerkt: Die wollen wirklich“, sagt Schlickum über die Mannschaft. Weniger ein einzelner Moment sei ihm in Erinnerung geblieben, sondern vielmehr der neue Geist im Team. Trainer und Spieler hätten eine Energie entfacht, die spürbar gewesen sei. 

Dass die Meisterschaft am Ende auswärts in Kassel perfekt gemacht wurde, nahm Schlickum mit gemischten Gefühlen auf. Sportlich war der Gewinn mit 5:2 ein Ausrufezeichen, emotional hätte er sich den Titel lieber in Krefeld gewünscht, mit Fans auf dem Eis und einer gemeinsamen Feier direkt nach der Schlusssirene. Beeindruckt war er dennoch von den Bildern der Rückkehr, als Oliver Mebus noch in voller Montur und mit Schlittschuhen aus dem Mannschaftsbus aus dem Mannschaftsbus stieg und den um vier Uhr morgens treu auf die Rückkehr aus Kassel wartenden Fans an der Westparkstraße den Pokal präsentierte.

Mit den Krefeld Pinguinen ist Hans Schlickum als Sponsor schon seit rund sechs Jahren verbunden. Die Heimspiele wurden für ihn dabei schnell zu mehr als Sport. „Das ist ein unheimlich schönes Networking-Forum.“ Die Gespräche mit anderen Unternehmern, die Nähe zum Club und die Begeisterung in der Arena überzeugten ihn. „Diese Art von Sponsoring macht auch geschäftlich für die Firmen viel Sinn und obendrein noch eine Menge Spaß! Ich kann nur jedem Unternehmer raten, einmal darüber nachzudenken und stelle gerne den Kontakt zum KEV-Sponsoring-Team her“, so Schlickum.

Der Schritt zum Gesellschafter entstand schließlich, als der DEL-Aufstieg greifbar wurde. Zunächst ging es um ein Darlehen zur Finanzierung der Lizenz. Doch Hans Schlickum wollte nicht nur Geld geben, sondern Verantwortung übernehmen und mitdenken. Also brachte er eine Beteiligung ins Spiel. Am 12. Mai saß er mit weiteren neuen Gesellschaftern beim Notar. Die Einlagen waren bereits vorher aufgrund der von der DEL vorgegebenen engen Terminschiene auf ein eigens eingerichtetes Sonderkonto eingezahlt worden, damit die Pinguine die Fristen trotz Feier- und Brückentag einhalten konnten. Das Ziel: nicht nur den Lizenzantrag rechtzeitig vollständig einzureichen und die Gebühr dafür anzuweisen, sondern auch einen finanziellen Puffer für den KEV zu schaffen.

Für die kommende Saison bleibt Hans Schlickum realistisch. Der Klassenerhalt steht für ihn an erster Stelle. Pre-Playoffs wären schön, aber kein Muss. Wichtig sei, dass die Euphorie anhält und der Zuschauerschnitt stabil bleibt. Mittelfristig denkt er größer. Spätestens beim 100. Geburtstag des KEV 2036 sollten wir wieder „Deutscher Eishockey-Meister“ sein, vielleicht auch schon deutlich früher!“. Beruflich bringt der Hülser mit drei abgeschlossenen Studiengängen in München, Hamburg und an der RWTH Aachen reichlich Expertise mit. Nach zwölf Jahren als Luftwaffenoffizier wechselte er 1993 in die Privatwirtschaft. Zunächst sammelte er für den Gerling-Konzern im Warenkredit- und Bürgschaftsgeschäft zivile Erfahrungen, danach arbeitete er viele Jahre als Geschäftsführer und COO in der Stahlbranche und international als Vorstandsvorsitzender in der Automobilzulieferindustrie.

Heute betreibt der Vater einer 17-jährigen Tochter den Golfpark Renneshof in Willich und die CRESTCOM-Führungsschule Niederrhein. „Aus Vorgesetzten Führungskräfte machen – das macht Sinn und jede Menge gute Laune“, beschreibt er seine Aufgabe.

Auch privat ist Hans Schlickum vielseitig. Er liebt Sportwagen und Oldtimer, nimmt regelmäßig an Rallyes teil, verschlingt Kriminalromane und ist seit über 13 Jahren Präsident des Krefelder Schachklubs Turm 1851 e.V., der dieses Jahr seinen 175. Geburtstag feiert. Zuhause hält ihn Hund Bento auf Trab. Mit Krefeld und besonders Hüls ist er eng verbunden. Tradition, Verlässlichkeit und gegenseitige Wertschätzung sind ihm wichtig. Werte, die er auch bei den Krefeld Pinguinen wiedergefunden hat. (tob)

Foto: Tobias Stümges