Wenn in der Yayla-Arena in Krefeld Tausende Besucher jubeln, ein Konzert beginnt oder ein Spiel angepfiffen wird, haben viele Hände im Hintergrund dafür gesorgt, dass alles reibungslos läuft. Eine zentrale Rolle dabei spielt Inge Klaßen. Die 60-Jährige Hülserin ist seit vielen Jahren Arenamanagerin und sorgt gemeinsam mit ihrem Team dafür, dass in der Multifunktionsarena Sport und Entertainment auf höchstem Niveau stattfinden können.

Der Weg in die Veranstaltungsbranche war für Inge Klaßen früh vorgezeichnet. „Mich hat die Mischung aus Kultur, Sport und Organisation schon immer fasziniert“, sagt sie. Nach einer Ausbildung zur Arzthelferin absolvierte sie ein Studium im Bereich Marketingkommunikation sowie Sportmanagement. Seit mittlerweile 35 Jahren ist sie in der Veranstaltungsbranche tätig. Privat organisierte sie ebenfalls Sportevents – Erfahrungen, die ihr später zugutekamen.

Als die Planungen für den Bau der Arena in Krefeld konkreter wurden, verfolgte sie das Projekt mit großem Interesse. „Als feststand, dass die Arena gebaut werden soll, habe ich mich beworben“, erinnert sie sich. Seit 2006 ist sie nun Arenamanagerin der heutigen Yayla-Arena. Bereits seit 2002 arbeitet sie bei der Seidenweberhaus GmbH.

Der Arbeitsalltag ist dabei alles andere als eintönig. „Kein Tag ist wie der andere“, beschreibt Inge Klaßen ihre Aufgabe. Abstimmungen mit Veranstaltern, Akquise von Events und Sponsoren, Vertragsgespräche, Konzepterstellungen, Pressemeldungen oder die Koordination zahlreicher Dienstleister gehören ebenso zu ihren Aufgaben wie interne Meetings mit verschiedenen Abteilungen. Ziel ist es immer, dass zum Start einer Veranstaltung alles bis ins Detail vorbereitet ist.

Rund 50 Veranstaltungen finden jährlich in der Arena statt, dazu kommen weitere Events im Seidenweberhaus. Bei einer großen Veranstaltung arbeiten vom Technikteam über Sicherheitskräfte bis hin zum Catering etwa 160 bis 180 Menschen im Hintergrund zusammen.

Besonders eindrucksvoll ist für viele Besucher der schnelle Wechsel zwischen Sport- und Konzertveranstaltungen. Nach einem Eishockeyspiel beginnt der Umbau oft direkt nach Spielende. Tribünen werden eingefahren, Banden und Scheiben abgebaut, der Boden auf dem Eis verlegt und anschließend Bühne, Ton- und Lichttechnik aufgebaut. Auch Garderoben werden eingerichtet und zahlreiche weitere Details vorbereitet. Für diese Arbeiten bleibt häufig nur ein Zeitfenster von etwa 22.30 Uhr bis zum nächsten Morgen.

Zu den größten organisatorischen Herausforderungen ihrer Laufbahn zählen für Inge Klaßen unter anderem internationale TV-Produktionen, Davis-Cup-Tennis, der Deutschland-Cup im Eishockey, verschiedene Länderspiele sowie Tanz-Weltmeisterschaften. Auch das Konzert von Elton John ist ihr in besonderer Erinnerung geblieben. Für den Weltstar wurde die Künstlergarderobe so eingerichtet, dass sie seinem Wohnzimmer ähnelte.

Trotz vieler großer Namen und spektakulärer Produktionen sind es für Inge Klaßen oft die Emotionen der Besucher, die besonders bleiben. „Wenn ein Künstler die Bühne betritt oder die Spieler der Krefeld Pinguine einlaufen und die Menschen frenetisch feiern, ist das immer ein besonderer Moment.“

Die Yayla-Arena bietet bei Eishockeyspielen Platz für 8.029 Zuschauer, bei Konzerten und anderen Sportevents sogar für bis zu 9.500 Gäste. Einen festen Lieblingsplatz hat Inge Klaßen dort nicht. „Dort, wo man die Emotionen und die Begeisterung der Besucher spüren kann“, sagt sie.

Privat bleibt neben der intensiven Arbeit nur wenig freie Zeit. Wenn sich ein Zeitfenster ergibt, nutzt die gebürtige Hülserin es gerne für Sport oder zum Reisen. Und auch wenn die Konkurrenz an Veranstaltungsorten im Umkreis groß ist, hat sie noch Wünsche für die Zukunft: Konzerte von Lenny Kravitz oder Ed Sheeran würde sie gerne einmal in der Arena begrüßen. (tob)

BU: Inge Klaßen ist seit 20 Jahren Managerin der Yayla-Arena. Foto: Tobias Stümges