In Tönisberg lebt eine Handwerkstradition weiter, die über Jahrhunderte das Ortsbild geprägt hat. Paul Lutz Weynans gilt heute als letzter verbleibender Pottbäcker der noch in der Tradition des Niederrheins mit überlieferten Techniken, Materialien und Motiven arbeitet und zum Beispiel Hochzeitsteller anfertigt. Diese wurden traditionell für Brautpaare produziert und zur Hochzeit verschenkt. Über seine Arbeit wurde jüngst auch im Fernsehen berichtet, sowohl im WDR als auch bei RTL. Mit viel Leidenschaft widmet sich der 63-Jährige der traditionellen Niederrheinischen Irdenware und hält damit ein Stück regionaler Kulturgeschichte lebendig.
Mit dem Pottbäckern begann Paul Lutz Weynans im Jahr 2009, kurz nach der Eröffnung des Museums für Niederrheinische Pottbäckerkeramik in Tönisberg. Drei Jahre lang fuhr er jeden Dienstagabend nach Reuver in Limburg, um in der Keramikwerkstatt Trio das Drehen an der Töpferscheibe zu erlernen. Sein Lehrer war der Töpfer Peter Hinssen, der aus einer bekannten Töpferfamilie stammt und dessen Vater bereits in der Keramikindustrie in Reuver tätig war. „Bis ich das Handwerk wirklich beherrschte, brauchte es Zeit und viele Stunden an der Scheibe“, erinnert sich Weynans.
Heute arbeitet er meist montags in seiner Werkstatt am Achterberg und fertigt dort Gefäße in traditioneller Technik. Öffentliche Auftritte oder Marktstände sind bislang noch selten, doch für das Jahr 2026 plant er erstmals eine Teilnahme am Töpfermarkt im niederländischen Milsbeek. Neben seiner handwerklichen Tätigkeit engagiert sich Weynans intensiv für die regionale Geschichte. Er war am Museum für Niederrheinische Pottbäckerkeramik im Haus Baaken beteiligt und ist heute zweiter Vorsitzender des Heimatvereins Tönisberg sowie Redakteur der „Tönisberger Heimatblätter“.
Der gebürtige Hülser lebt seit 2007 in Tönisberg und arbeitet seit dem 1. April 2025 bei der Stadt im Kulturamt. Zuvor war er viele Jahre als Prokurist und Geschäftsführer in verschiedenen Handelsunternehmen tätig. Seine Interessen reichen weit über die Töpferei hinaus. Weynans hat vier Semester Archäologie studiert, beschäftigt sich intensiv mit der Niederrheinischen Irdenware vom 16. bis zum 20. Jahrhundert und ist seit Jahrzehnten Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde.
Auch als Autor ist er aktiv und hat mehrere archäologische und ortsgeschichtliche Publikationen veröffentlicht. Privat lebt er mit seiner Verlobten zusammen und hat drei erwachsene Söhne aus erster Ehe. Mit seiner Werkstatt „Irdenwerk“ knüpft Paul Lutz Weynans an eine lange Tradition an und sorgt dafür, dass das alte Handwerk der Tönisberger Pottbäcker nicht in Vergessenheit gerät. Weitere Infos auch unter www.irdenwerk.com (tob)
BU: Paul Lutz Weynans in seiner Töpferei am Achterberg in Tönisberg. Fotos: Tobias Stümges

BU: Der Vorsitzende des Heimatverein Tönisberg e.V. Helmut Thissen mit dem Heimatvereins-Pottbäckerteller.
Gewinnspiel: Gewinnen Sie mit KEMPEN life und Paul Lutz Weynans einen Pottbäckerteller. Sie wollen gewinnen? Dann senden Sie bis zum 10. Mai eine Mail an gewinnspiel@dein-lifejournal.de unter Angabe von Vor- und Nachnamen, Adresse und Geburtsdatum. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wir wünschen viel Erfolg bei der Teilnahme. (tob)