Als Dr. Ina Germes-Dohmen im Jahr 1998 erstmals von der Situation vieler Kinder im Norden Namibias hörte, war schnell klar: Hier muss geholfen werden. Seitdem engagiert sich die Kempenerin gemeinsam mit weiteren Ehrenamtlichen für die Schulkinderspeisung in Okatana, einer katholischen Missionsstation in der Stadt Oshakati im Norden des afrikanischen Landes.

Was damals als Hilfe für Aidswaisen begann, versorgt heute täglich rund 150 Kinder mit einer warmen Mahlzeit. Weitere 120 Kinder in einer Außenstelle erhalten dreimal pro Woche Essen. Viele der Kinder haben ihre Eltern verloren, andere stammen aus Familien, die aufgrund hoher Arbeitslosigkeit und fehlender sozialer Absicherung in großer Armut leben.

Doch die Unterstützung geht weit über eine warme Mahlzeit hinaus. Zwar ist der Schulbesuch in Namibia grundsätzlich kostenlos, doch Schuluniformen, Bücher und Schreibmaterialien müssen von den Familien selbst finanziert werden. Auch diese Kosten übernimmt das Hilfsprojekt. Darüber hinaus werden aus den Spendengeldern Kleidung und weitere Dinge des täglichen Bedarfs finanziert. Ebenso gehören medizinische Untersuchungen, die Betreuung durch eine ehrenamtliche Krankenschwester sowie bei Bedarf der Transport in die nächstgelegene Klinik zum Angebot. Qualifizierte Mitarbeitende leisten zudem psychosoziale Unterstützung und fördern die Kinder gezielt beim Lesen, Schreiben und Rechnen sowie beim Erwerb grundlegender Lebenskompetenzen. Ziel ist es, ihnen den dauerhaften Schulbesuch zu ermöglichen und ihre Zukunftschancen nachhaltig zu verbessern. Ergänzt wird das Angebot durch eine AIDS-Beratung und sexuelle Aufklärung.

Den Anstoß für das langjährige Engagement gab seinerzeit Theo von Helden, der die Situation vor Ort aus eigener Anschauung kannte. Sein Cousin, Pater Franz Houben, leitete damals die Missionsstation in Okatana. Gemeinsam gründete der Pfarrgemeinderat von St. Josef, dessen Vorsitzende Dr. Ina Germes-Dohmen von 1997 bis 2009 war, einen Eine-Welt-Ausschuss. Bis heute engagieren sich dort unter anderem Theo von Helden, Martin Boesing, Irmgard Heyer und weitere Unterstützer für das Projekt. 

In diesem Frühjahr reiste die 64-jährige freiberufliche Historikerin Dr. Ina Germes-Dohmen erstmals selbst nach Namibia. Zuvor war der 74-jährige Theo von Helden über viele Jahre der wichtigste Ansprechpartner des Projekts vor Ort. Insgesamt 15 Mal reiste der ehemalige Programmierer nach Okatana, zuletzt im Jahr 2020, als er aufgrund der Corona-Pandemie länger als geplant in Namibia bleiben musste. Der Besuch in Okatana wurde für Dr. Ina Germes-Dohmen, Mutter von drei verheirateten Söhnen und Großmutter, zu einem bewegenden Erlebnis. „Die Reise hat uns das Land aus einer ganz anderen Perspektive gezeigt als die eines Touristen“, berichtet sie. Besonders die Begegnungen mit den Menschen vor Ort hätten deutlich gemacht, wie groß die Not trotz aller Fortschritte noch immer sei. So traf sie beispielsweise eine junge Kellnerin in der Namib-Wüste, die ursprünglich aus Okatana stammt und rund 1.000 Kilometer von ihrer Familie entfernt arbeitet, um mit ihrem Einkommen drei eigene Kinder sowie die Familie ihrer Schwester zu unterstützen.

Über die Jahre konnten aus Kempen beeindruckende Summen gesammelt werden. Dr. Ina Germes-Dohmen schätzt, dass seit Beginn des Projektes rund 400.000 Euro an Spenden zusammengekommen sind. Jährlich werden derzeit etwa 20.000 Euro benötigt, um die Versorgung der Kinder sicherzustellen. Viele Jahre lang trugen die Sternsinger mit hohen Spendensummen zum Erfolg bei. Da diese Einnahmen inzwischen wegfallen, sucht das Team nun verstärkt Menschen, die das Projekt dauerhaft mit regelmäßigen Spenden unterstützen.

Wer die Schulkinderspeisung in Okatana unterstützen möchte, kann an folgendes Konto spenden:

Pfarre St. Mariae Geburt Kempen
Verwendungszweck: Okatana
IBAN: DE79 3206 1414 0504 1750 57

Kontakt:

Ina Germes-Dohmen, Tel.: 02152-519613 oder 0172 7758259

Theo von Helden, Tel.: 02152 4336

Die Spenden werden über die Hünfelder Oblaten direkt an die Missionsstation in Okatana weitergeleitet. Auf Wunsch werden Spendenquittungen ausgestellt. (tob)

BU: Für Dr. Ina Germes-Dohmen und Theo von Helden steht fest: Solange es möglich ist, soll die Unterstützung für die Kinder in Namibia fortgeführt werden. Denn eine warme Mahlzeit am Tag bedeutet für viele von ihnen weit mehr als nur Nahrung, sie schenkt Hoffnung und Zukunftsperspektiven. Foto: Tobias Stümges