Wenn in Grefrath die Wochenmarkthändler ihre Stände aufbauen oder zur Kirmes die ersten Fahrgeschäfte anrollen, ist Uwe Munzke mittendrin. Der 61-Jährige ist Marktmeister der Gemeinde Grefrath und kennt viele Schausteller und Marktbeschicker persönlich. Dabei führte ihn sein beruflicher Weg eher über Umwege zu dieser Aufgabe.

Seit fast zehn Jahren ist Munzke mittlerweile bei der Gemeinde Grefrath beschäftigt. „Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergeht. Langweilig wird es hier jedenfalls nie“, blickt er zurück. Marktmeister wurde der gebürtige Grefrather während der Corona-Zeit. Veranstaltungen fielen aus, Märkte standen vor großen Herausforderungen. Als sich die Gelegenheit ergab, diesen Bereich neu mitzugestalten und wieder etwas aufzubauen, griff Munzke zu.

„Es macht einfach Freude, gemeinsam mit den Schaustellern und Marktbeschickern Leben auf unsere Plätze zu bringen“, sagt der 61-Jährige. Einen klassischen beruflichen Weg zum Marktmeister hat er dabei nicht genommen. Eigentlich hat Munzke den Beruf des Postbeamten erlernt und diesen fast 30 Jahre lang ausgeübt.

Dass ihm die Gemeinde schließlich die Verantwortung für Märkte und Kirmessen übertrug, hatte auch mit seiner Art zu tun. „Ich komme gut mit den Schaustellern und Marktbeschickern ins Gespräch und spreche ihre Sprache.“ Gerade nach der schwierigen Corona-Zeit sei das von Vorteil gewesen. „Die Gemeinde Grefrath hat meine Stärken erkannt und mir diese Aufgabe anvertraut. Das freut mich bis heute.“

Doch Marktmeister ist längst nicht alles. Uwe Munzke gehört zum Kommunalen Ordnungsdienst und erlebt dort einen Arbeitsalltag, der wesentlich vielfältiger ist, als viele vermuten. Das Team begleitet Veranstaltungen und Schulzuführungen, übernimmt Kontrollen unter anderem nach dem Jugendschutz-, Gaststätten- und Landeshundegesetz, achtet auf die Einhaltung kommunaler Satzungen und führt Einweisungen nach dem Psychisch-Kranken-Gesetz NRW durch.

„Wir sind der verlängerte Arm und häufig erster Ansprechpartner für die Belange der Bürgerinnen und Bürger“, beschreibt Munzke seine Tätigkeit. Und dann gibt es da natürlich noch die Aufgabe, die viele Menschen zuerst mit dem Ordnungsdienst verbinden: die Kontrolle des ruhenden Verkehrs. „Das wird uns zwar oft als Hauptaufgabe zugeschrieben, ist aber tatsächlich nur ein kleiner Teil unserer Arbeit“, stellt er mit einem Augenzwinkern klar.

Grefrather durch und durch

Nicht nur beruflich ist Munzke eng mit der Gemeinde verbunden. „Ich bin Grefrather durch und durch“, sagt er. Lediglich nach seiner Ausbildung verschlug es ihn für kurze Zeit ins benachbarte Kempen. Doch Grefrath blieb sein Zuhause. Hier ist er verwurzelt, hier ist seine Familie zu Hause und hier sind auch seine Kinder groß geworden.

Eine lange Verbindung gibt es ebenso zum SSV Grefrath. Schon seit Kindheitstagen gehört der Verein für ihn dazu. Früher stand Munzke selbst auf dem Platz, heute verfolgt er das Geschehen lieber von außen. Daneben reist er gerne und genießt vor allem die freie Zeit mit seiner Familie.

Und wer so viel Zeit auf Märkten verbringt, muss natürlich auch ein Lieblingsprodukt haben. Bei Munzke sind es gleich zwei, die zunächst etwas ungewöhnlich klingen: Gänseeier und Heringsstipp. Dahinter stecken vor allem Erinnerungen. „Die erinnern mich immer an Momente und Personen aus meiner Kindheit. Manche Geschmäcker vergisst man eben nie.“

„Nur was genutzt wird, kann auch bleiben“

Ein Thema liegt dem Marktmeister besonders am Herzen. Denn Wochenmärkte und Kirmessen befinden sich im Wandel. Das Einkaufsverhalten habe sich verändert, Familien lebten heute anders und gleichzeitig gebe es immer weniger Marktbeschicker und Schausteller.

Umso wichtiger sei es, die Angebote vor Ort auch tatsächlich zu nutzen. „Hinter jedem Marktstand und jedem Fahrgeschäft stehen Menschen, die mit viel Herzblut dabei sind. Genauso geht es auch uns als Gemeinde Grefrath“, betont Munzke.

Sein Wunsch an die Grefrather ist deshalb ebenso einfach wie deutlich: öfter einmal vorbeischauen, einkaufen, eine Runde über die Kirmes drehen und damit diejenigen unterstützen, die dafür sorgen, dass auf den Plätzen der Gemeinde weiterhin etwas los ist. Denn für Uwe Munzke steht fest: „Nur was genutzt wird, kann auch bleiben.“ (tob)

BU: Marktmeister Uwe Munzke beim Aufbau der diesjährigen Kirmes. Foto: Tobias Stümges