Mit dem Bundesverdienstkreuz ist laut Landrat Bennet Gielen (CDU) jetzt einer der jüngsten Geehrten im Kreis Viersen ausgezeichnet worden. Thorsten Bock erhielt die hohe Auszeichnung im Kreishaus aus den Händen vom Landrat und vom Tönisvorster Bürgermeister Kevin Schagen (parteilos). Für den 36-Jährigen aus St. Tönis ist die Ehrung nicht nur eine persönliche Auszeichnung, sondern vor allem Anerkennung für jahrelanges Engagement in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen.
Eine erste Ahnung, dass sein Einsatz gewürdigt werden könnte, hatte Bock bereits im Jahr 2024. Damals war er zum Bürgerfest ins Schloss Bellevue nach Berlin eingeladen worden, wo ehrenamtliches Engagement im Mittelpunkt steht. Dort ergab sich auch die Gelegenheit zu einem kurzen persönlichen Gespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Die offizielle Bestätigung folgte Ende 2025 durch den Kreis Viersen. „Ein Moment, der sich fast unwirklich angefühlt hat“, beschreibt Thorsten Bock diesen Augenblick rückblickend.
Angestoßen wurde der Weg zur Auszeichnung bereits im Jahr 2020 durch seine Frau. Sie hatte die Initiative ergriffen und ihn vorgeschlagen. Es folgte ein mehrstufiges Verfahren über Landes- und Bundesebene, an dessen Ende schließlich die Verleihung durch den Bundespräsidenten stand. Für Bock ist das ein besonderer Aspekt der Ehrung. „Dass meine Frau diesen Weg angestoßen hat, bedeutet mir persönlich sehr viel“, sagt er.
Ausgezeichnet wurde er für sein Engagement in den Bereichen Bildung, Ehrenamt und Sport. Seit vielen Jahren begleitet er Studierende, insbesondere auch in herausfordernden Situationen, und unterstützt sie auf ihrem Weg. Gleichzeitig engagiert er sich ehrenamtlich in verschiedenen Funktionen mit dem Ziel, Strukturen zu verbessern und Menschen miteinander zu vernetzen. Auch der Sport spielt eine zentrale Rolle in seinem Leben. Im Jiu-Jitsu beim Polizeisportverein Krefeld hat er nicht nur persönlich Erfolge gefeiert, sondern gibt seine Erfahrungen weiter. In seiner Gewichtsklasse wurde er einmal Weltmeister sowie mehrfach Vize-Weltmeister im Amateurbereich. Werte wie Disziplin, Respekt und Durchhaltevermögen stehen dabei im Mittelpunkt.
Beruflich ist Bock im Bereich Einkauf und Prozessoptimierung in einem internationalen Industrieunternehmen tätig. Parallel dazu ist er als Lehrbeauftragter aktiv und begleitet Studierende bei Abschlussarbeiten. Zudem hat er gemeinsam mit einem Co-Autor ein Fachbuch im Bereich Prozessoptimierung veröffentlicht. Für ihn ist die Verbindung von Praxis und Bildung ein zentrales Anliegen.
Seit 2018 lebt Thorsten Bock in St. Tönis, zuvor war Krefeld sein Lebensmittelpunkt. Auch privat ist er stark verwurzelt. Neben seinem sportlichen Engagement verbringt er seine freie Zeit vor allem mit seiner Familie und unterstützt weiterhin Studierende bei ihren Projekten.
Dass er mit 36 Jahren zu den jüngsten Trägern des Bundesverdienstkreuzes im Kreis Viersen zählt, sieht er nicht nur als Auszeichnung, sondern auch als Verpflichtung. Die Ehrung sei kein Endpunkt, sondern vielmehr ein Ansporn. „Sie zeigt, dass langfristiges Engagement gesehen und wertgeschätzt wird“, sagt Bock. Gleichzeitig verweist er auf die vielen Menschen, die sich täglich im Stillen einsetzen. Genau dieses Engagement trage die Gesellschaft.
Gefeiert wurde die Auszeichnung bewusst im kleinen Kreis. Gemeinsam mit seiner Familie ließ er den besonderen Moment ruhig ausklingen. Für ihn ein Zeichen dafür, worauf es wirklich ankommt.
Seine Haltung bleibt dabei klar: Jeder habe die Möglichkeit, etwas zurückzugeben, unabhängig von Position oder Zeit. Oft seien es nicht die großen Gesten, sondern kontinuierliches Engagement, Zuhören und Unterstützung, die langfristig den Unterschied machen. Wenn es gelinge, Menschen zu fördern und ihnen Perspektiven zu geben, entstehe daraus Wirkung, die weit über den eigenen Einfluss hinausgehe. (tob)

BU2: Sohn Valentin, Thorsten Bock, Tochter Charlotte und Ehefrau Uljana. Fotos: Kreis Viersen