Wenn sich junge Reiter auf internationalem Parkett behaupten, sind Talent, Disziplin und ein hohes Maß an Leidenschaft gefragt. Johanna Hell bringt all das mit. Die 15-Jährige aus Kempen gehört zu den erfolgreichsten Nachwuchsreiterinnen ihrer Altersklasse und hat sich in den vergangenen Monaten eindrucksvoll in Szene gesetzt. Jüngst wurde ihr diese Entwicklung auch offiziell bestätigt: Bei der Sportlerehrung der Stadt Kempen erhielt sie die goldene Sportplakette.

Der Weg in den Sattel begann früh. Bereits mit fünf Jahren entdeckte sie ihre Begeisterung für den Reitsport. „Ich hatte schon immer eine große Faszination für Pferde“, sagt sie. Aus der anfänglichen Neugier entwickelte sich schnell ein ernsthaftes sportliches Engagement, das heute einen Großteil ihres Alltags bestimmt.

Für die RSG Niederrhein startet Johanna Hell inzwischen regelmäßig auf hochklassigen Turnieren. Rund 25 bis 30 Starts pro Jahr stehen in ihrem Kalender. Entsprechend strukturiert ist auch ihr Trainingsalltag. An vier Tagen in der Woche arbeitet sie gezielt mit ihren Pferden, an den Wochenenden ist sie meist auf Turnieren unterwegs oder zusätzlich am Stall. Eine Belastung, die Organisationstalent und Durchhaltevermögen erfordert.

Im Sattel vertraut sie auf ein starkes Team: Copacabana M, Design du mas Garnier und Most Wanted begleiten sie auf ihrem sportlichen Weg. Gemeinsam haben sie im Jahr 2025 eine beeindruckende Erfolgsserie hingelegt. Dazu zählen der Sieg mit dem Team bei der Europameisterschaft sowie ein erster Platz im Nationenpreis von Opglabbeek. Hinzu kommen zweite Plätze im Nationenpreis von Zuidwolde, beim „Preis der Besten“ sowie beim renommierten Salut Festival in Aachen. Ergebnisse, die ihre konstante Leistungsstärke unterstreichen.

Trotz des hohen Trainings- und Wettkampfaufwands verliert Johanna Hell auch ihre schulische Laufbahn nicht aus dem Blick. Sie besucht die Klasse 9b am Gymnasium Thomaeum in Kempen und schafft es, Schule und Leistungssport miteinander zu vereinbaren. Rückhalt findet sie dabei auch in der Familie, insbesondere durch ihre jüngere Schwester, die sie regelmäßig begleitet und unterstützt.

Der Blick richtet sich bereits nach vorne. In der kommenden Zeit möchte sich Johanna Hell in der Altersklasse der Junioren etablieren und dort weiterentwickeln. Der Übergang in die nächsthöhere Leistungsklasse gilt als entscheidender Schritt, sportlich wie mental. (tob)

BU: Johanna Hell reitet pro Jahr rund 25 bis 30 Turniere. Foto: Tobias Stümges