Wer über Kontinuität und echtes Engagement im Vereinsleben spricht, kommt am Kempener LC und an einem Namen kaum vorbei: Anke Bittroff. Seit dem 1. Januar 1976 ist die St. Hubertin Mitglied des Traditionsvereins und prägt ihn bis heute maßgeblich.
Schon als Schülerin fand sie ihren Weg in den Sport. Parallel startete sie in der Leichtathletik- und Tischtennisabteilung, ehe sie sich schließlich ganz auf den Tischtennissport konzentrierte. Eine Entscheidung fürs Leben. Bis heute ist die 61-jährige Beamtin aktiv und spielt aktuell in der zweiten Mannschaft.
Früh übernahm Bittroff Verantwortung. Bereits mit 16 Jahren begann sie, Training zu geben. Später engagierte sie sich als Jugendwartin und entwickelte die Tischtennisabteilung aktiv mit. 1998 folgte der nächste große Schritt: Sie übernahm den Vorsitz des Vereins. In ihre erste Amtszeit fiel direkt das 50-jährige Jubiläum, das sie mit großem Einsatz organisierte und prägte.
Ein schwerer Einschnitt veränderte ihr Engagement vor rund 15 Jahren. Nach einem Autounfall musste sie ihre Rolle neu definieren und gab den Vorsitz ab. Dem Verein blieb sie jedoch eng verbunden und übernahm als zweite Vorsitzende Verantwortung im Hintergrund.
Im vergangenen Jahr kehrte sie an die Spitze zurück. Nach dem Wegzug des bisherigen Vorsitzenden erklärte sich Bittroff bereit, erneut Verantwortung zu übernehmen. Neben dieser Aufgabe ist sie weiterhin auch als Trainerin der Tischtennisjugend aktiv und engagiert sich damit direkt in der Nachwuchsarbeit.
Der Kempener LC bietet heute ein breites Sportangebot, von Tischtennis und Leichtathletik über Badminton und Gymnastik bis hin zu Kinderturnen, Reha-Sport und speziellen Angeboten für Parkinson-Erkrankte. Diese Vielfalt ist eine Stärke, bringt aber auch Herausforderungen mit sich.
Wie viele Vereine steht auch der Kempener LC vor der Aufgabe, neue Übungsleiter zu gewinnen. Viele langjährige Kräfte sind mit großem Engagement dabei, doch die Zukunft erfordert frühzeitige Lösungen. Auch begrenzte Hallenzeiten und veränderte Rahmenbedingungen durch den offenen Ganztag stellen den Verein vor neue Aufgaben. Bittroff setzt dabei auf Kontinuität und Verlässlichkeit. Ziel ist es, durch stabile Strukturen und persönliche Bindung Menschen langfristig für den Verein zu begeistern. (tob)
BU: Anke Bittroff auf dem Ludwig-Jahn-Sportplatz. Foto: Tobias Stümges