Ein Jahr lang das Leben in den Vereinigten Staaten hautnah erleben, Politik und Gesellschaft kennenlernen und den American Way of Life spüren – für Sarah Hoffmann aus Kempen wurde dieser Traum Wirklichkeit. Die 17-jährige Schülerin der Jahrgangsstufe 12 am Gymnasium Thomaeum verbrachte ein Schuljahr im US-Bundesstaat North Dakota. Am 16. Juni kehrte sie nach Kempen zurück – mit unzähligen Eindrücken, neuen Freundschaften und klaren Zukunftsplänen.

Möglich wurde ihr Aufenthalt durch das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP), ein gemeinsames Förderprojekt des Deutschen Bundestages und des US-Kongresses. Aus den 299 Bundestagswahlkreisen konnten sich Jugendliche bewerben, um ein Jahr in einer amerikanischen Gastfamilie zu leben und dort eine Highschool zu besuchen. Sarah hatte sich nach einer Vorstellung des Programms durch ihre Englischlehrerin Sophia Wildner im Mai 2023 beworben – und konnte sich im Kreis Viersen gegen zahlreiche Mitbewerber durchsetzen. Nach einer Vorauswahl durch den Bundestag fiel die endgültige Entscheidung durch den heimischen Bundestagsabgeordneten Dr. Martin Plum (CDU), der sie als Stipendiatin auswählte.

Das Stipendium übernahm sämtliche Kosten – von Flug, Unterkunft und Schulbesuch bis hin zu Versicherung, Vorbereitung und Betreuung durch eine erfahrene Austauschorganisation. Ihr Austauschjahr endete mit einem besonderen Höhepunkt: dem Besuch des US-Capitols in Washington D.C., wo sie sogar einige Senatoren traf. Ihre Zeit in den USA fiel in eine politisch spannende Phase – die Wahl zwischen Donald Trump und Kamala Harris. In ihrem Gaststaat North Dakota, berichtet Sarah, sei das Trump-Lager deutlich stärker gewesen. „Kinder haben dort schon eine sehr ausgeprägte politische Meinung“, erzählt sie. Besonders beeindruckend fand sie den Ausflug mit ihrem Geschichtslehrer in ein Wahllokal: „Das war Unterricht, wie man ihn nie vergisst.“

Neben der Politik beeindruckten sie vor allem die Natur und Weite des Landes – weniger begeistert war sie vom eisigen Winter: „Teilweise hatten wir minus 37 Grad.“ Trotzdem blieb sie aktiv, spielte Cheerleading, musizierte auf dem E-Piano ihrer Gastfamilie und nutzte den Musikraum mit Flügel an ihrer Schule. Begeistert erzählt sie auch von ihren amerikanischen Frühstückslieblingen: Pancakes und Waffeln.

Zu ihrer Gastschwester Erika pflegt sie bis heute täglich Kontakt. „Wir schreiben jeden Tag, sie ist wie eine zweite Schwester geworden“, sagt Sarah. Während ihres Jahres in den USA blieb sie auch mit Dr. Martin Plum regelmäßig in Verbindung, schickte ihm Fotos und Berichte aus ihrem Alltag.