Wenn Delegationen aus den Partnerstädten in Kempen zu Gast sind oder Bürgermeister Christoph Dellmans (parteilos) zu offiziellen Besuchen ins Ausland reist, ist Susanne Kranzusch häufig an seiner Seite. Seit September 2020 betreut die 59-Jährige die Städtepartnerschaften der Stadt Kempen und sorgt dafür, dass aus offiziellen Begegnungen persönliche Verbindungen entstehen.

Als politische Repräsentantin der Stadt begleitet sie den Bürgermeister bei Treffen mit den Partnerkommunen, übersetzt Gespräche, unterstützt den Austausch mit den politischen Vertretern vor Ort und kümmert sich gemeinsam mit dem Bürgermeister um die Betreuung der Gäste bei Besuchen in Kempen. Dabei geht es längst nicht nur um Höflichkeitsbesuche, sondern um einen kontinuierlichen Dialog über kommunale Themen und den Austausch guter Ideen.

„Es war mir immer schon ein Anliegen, mich hier einzubringen“, sagt Susanne Kranzusch. Die Begeisterung für Frankreich, die französische Sprache sowie ihre Offenheit gegenüber anderen Kulturen und Menschen führten sie zu dieser Aufgabe. Neben Französisch spricht sie auch Englisch und bringt damit beste Voraussetzungen für die internationale Zusammenarbeit mit.

Kempen pflegt Städtepartnerschaften in Frankreich mit Wambrechies bei Lille, Orsay bei Paris sowie Werdau in Sachsen. Mit Wambrechies und Orsay bestehen die Partnerschaften bereits seit mehr als 50 Jahren, die Verbindung nach Werdau feierte im vergangenen Jahr ihr 35-jähriges Bestehen.

Mindestens einmal jährlich finden offizielle Begegnungen mit jeder Partnerstadt statt. Dabei stehen ganz unterschiedliche Themen im Mittelpunkt. Mit Wambrechies gehört es inzwischen zur schönen Tradition, dass Schülerinnen und Schüler mit selbst gebastelten Fackeln zum St.-Martins-Fest nach Kempen reisen. Begleitet werden sie regelmäßig von einer offiziellen Delegation, mit der zugleich Arbeitstreffen stattfinden.

Mit der französischen Partnerstadt Orsay stehen insbesondere der Austausch über den Einzelhandel und wirtschaftliche Entwicklungen im Fokus. Darüber hinaus gibt es seit vielen Jahren eine private Begegnungsgruppe, die sich traditionell wechselweise in Kempen und Orsay trifft. In den vergangenen drei Jahren haben diese Begegnungen zunehmend einen offiziellen Charakter erhalten. Sowohl in Orsay als auch in Kempen werden die Teilnehmer inzwischen von den jeweiligen Bürgermeistern begrüßt. Über Pfingsten des vergangenen Jahres begleiteten Bürgermeister Christoph Dellmans und Susanne Kranzusch die Delegation nach Orsay.

Persönlich war Susanne Kranzusch bereits zweimal in Orsay sowie fünf- bis sechsmal in Wambrechies zu Gast. Ein Besuch in Werdau steht dagegen noch auf ihrer persönlichen Wunschliste.

Beruflich arbeitet die verheiratete Mutter eines 27-jährigen Sohnes als kaufmännische Sachbearbeiterin an der Hochschule Niederrhein. In ihrer Freizeit beschäftigen sie vor allem Sprachen, Sport, Politik und Reisen.

Für Susanne Kranzusch sind Städtepartnerschaften weit mehr als ein offizieller Programmpunkt kommunaler Politik. Sie schaffen Begegnungen, fördern gegenseitiges Verständnis und zeigen, dass Europa vor allem vom persönlichen Miteinander lebt. Genau dafür setzt sie sich seit inzwischen fast sechs Jahren mit großem Engagement ein. (tob)

BU: Susanne Kranzusch vor der Kempener Tourist-Info ist seit sechs Jahren politische Repräsentantin der Stadt Kempen. Foto: Tobias Stümges