Wenn am ersten Juli-Wochenende auf der Sportanlage in St. Hubert der Anpfiff zum 40. Young Masters-Turnier erfolgt, geht es längst nicht nur um Tore und Pokale. Rund 100 Mannschaften mit mehr als 1.800 Kindern werden an den drei Turniertagen erwartet. Alle Kempener Grundschulen sind vertreten. Gleichzeitig markiert das Jubiläum einen historischen Moment. Es ist das letzte Young Masters-Turnier unter der Flagge des FC St. Hubert.

Die Erfolgsgeschichte begann vor fast 40 Jahren im Umfeld der UNICEF-Kicker des damaligen TuS St. Hubert. Maßgeblich geprägt wurde das Turnier von Karl-Heinz Josten und seinem engagierten Team. Ihre Idee war ebenso einfach wie nachhaltig. Kinder für den Fußball begeistern und gleichzeitig sportliches Miteinander mit sozialem Engagement verbinden. Aus einer zunächst kleinen Veranstaltung entwickelte sich eines der größten und beliebtesten Grundschulfußballturniere der Region. Obwohl sich in den vergangenen vier Jahrzehnten vieles verändert hat, ist der Grundgedanke bis heute derselbe geblieben. Im Mittelpunkt stehen die Kinder, der Spaß am Fußball, Fairplay und das Gemeinschaftserlebnis. Organisatorisch hat sich das Turnier dagegen kontinuierlich weiterentwickelt. Wo früher Spielpläne von Hand geschrieben und Ergebnisse auf Papier veröffentlicht wurden, sorgen heute digitale Systeme für einen reibungslosen Ablauf. Spielstände und Ergebnisse können beispielsweise per QR-Code live verfolgt werden. Auch beim Thema Nachhaltigkeit wurden viele Abläufe modernisiert und der Papierverbrauch deutlich reduziert.

Was jedoch unverändert geblieben ist, ist die besondere Atmosphäre, die das Young Masters seit fast vier Jahrzehnten auszeichnet. Für viele Kinder ist das Turnier der erste große Auftritt im Trikot ihrer Grundschule. Ein Erlebnis, das oft noch Jahre später in Erinnerung bleibt. Das gilt auch für Mia Niggemann und Tabea Bönisch, die mit dem Turnier groß geworden sind. Mia Niggeman, die bis zum vergangenen Jahr in St. Hubert lebte und heute in Eyll wohnt, spielt bereits Fußball, seitdem sie drei Jahre alt ist. Die heute 20-Jährige war, mit Ausnahme eines Jahres, bei allen Young-Masters-Turnieren dabei und verbindet mit der Veranstaltung zahlreiche persönliche Erinnerungen. Tabea Bönisch, 21 Jahre alt und heute Vorstandsmitglied des FC St. Hubert, begann im Alter von sechs Jahren mit dem Fußballspielen. Ihr erstes Young Masters erlebte sie mit neun Jahren. Bis heute lebt sie in St. Hubert und gehört zu den Gesichtern, die das Turnier inzwischen mitorganisieren.

Das diesjährige Jubiläum erhält jedoch eine zusätzliche emotionale Bedeutung. Während das erste Turnier noch unter der Flagge des TuS St. Hubert ausgetragen wurde, ist die 40. Auflage zugleich die letzte unter dem Namen des FC St. Hubert. Mit der Auflösung des Vereins endet nach fast 37 Jahren Vereinsgeschichte ein bedeutendes Kapitel des St. Huberter Sports.

Seit seiner Gründung im Dezember 1989 entwickelte sich der FC St. Hubert weit über die Ortsgrenzen hinaus zu einem außergewöhnlichen Fußballverein. Besonders mit dem Projekt der UNICEF-Kicker setzte der Club bundesweit Maßstäbe. Als Botschafter von UNICEF verband der Verein sportliche Aktivitäten mit sozialem Engagement und erhielt dafür zahlreiche Auszeichnungen. Das „Grüne Band“, Einladungen ins Schloss Bellevue sowie Anerkennungen verschiedener Bundespräsidenten, Begegnungen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Nationalmannschaften, Bundesligavereinen und vielen weiteren Persönlichkeiten unterstreichen den besonderen Stellenwert des Vereins.

Durch zahlreiche Aktionen und Projekte wurde immer wieder deutlich, dass Fußball weit mehr sein kann als ein Spiel auf zwei Tore. Viele Kinder wurden für den Sport begeistert, soziale Projekte unterstützt und wichtige Werte wie Fairness, Respekt und Zusammenhalt vermittelt.

Mit der Auflösung des FC St. Hubert verschwindet zwar ein traditionsreicher Vereinsname, nicht jedoch die Gemeinschaft und die Werte, die ihn geprägt haben. Besonders erfreulich ist deshalb, dass die Mannschaften beim VfL Tönisberg eine neue sportliche Heimat gefunden haben. Dort können die Spielerinnen und Spieler ihre gemeinsame Reise fortsetzen und die über Jahre gewachsenen Strukturen weiterführen. (tob)

BU: Tabea Bönisch und Mia Niggemann auf dem Sportplatz des FC St. Hubert an der Stendener Straße. Foto: Tobias Stümges