Wie kamen Sie zur Politik?
Politischer Stillstand der in den 60er Jahren regierenden konservativen Mitte und die Forderungen der jungen Generation nach Reformen in vielen Gesellschaftsbereichen weckten mein Interesse an der politischen Mitgestaltung.
Wann traten Sie in die SPD ein?
Anfang 1966, also vor 60 Jahren.
Warum haben Sie sich für eine Mitgliedschaft in der SPD entschieden?
Der Vergleich von politischen Ideen der damaligen Drei-Parteien-Landschaft führte mich zur SPD, auch heute noch.
Von wann bis wann waren Sie Mitglied des Deutschen Bundestages?
Von 1992 (nachgerückt für Franz Müntefering) bis 2005.
Welche Aufgabe hatten Sie in Ihrer Fraktion?
Nach den ersten zwei Legislaturperioden wechselte ich vom Ausschuss für Städtebau und Wohnen in den Haushaltsausschuss. Dort wurde ich haushaltspolitischer Sprecher, leitete die Arbeitsgruppe für Haushalt der rot-grünen Koalition und koordinierte damit das gesamte Spektrum der Bundesfinanzen zwischen Bundesregierung und der SPD-Fraktion. Zugleich war ich Vorsitzender des Vertrauensgremiums für die Dienste (BND, Verfassungsschutz und MAD) und stellv. Vorsitzender des Gremiums zur Kreditfinanzierung des Bundes. Diese Gremien verhandeln deren Haushalte in geheimen Sitzungen. Zugleich vertrat ich die Fraktion in der Finanzministerkonferenz der SPD-geführten Bundesländer im Bundesrat.
Was war Ihr persönliches Highlight während Ihrer Zeit im Bundestag?
Die Durchsetzung des Umzugs des Bundesnachrichtendienstes von München-Pullach nach Berlin gegen große Teile der Opposition.
Was vermissen Sie heute im Rückblick auf diese Zeit?
Den hohen und detaillierten Kenntnisstand über das gesamte Politikgeschehen.
Wo war es für Sie schöner? In Bonn oder Berlin?
Beide Städte haben ihren eigenen Reiz; aber den auszukosten blieb nur selten Zeit.
Mit wem tauschen Sie sich noch regelmäßig in der Politik aus?
Da gibt es nur noch wenige ehemalige Kollegen, auch aus CDU und FDP. Die Kontakte nehmen altersgemäß ab. Aber als eines der 5 Mitglieder der SPD-Landeskontrollkommission NRW und als sachkundiger Bürger im Kreistag und Vorsitzender des Kreispolizeibeirates nehme ich ja noch am politischen Geschehen auf Landes- und Kreisebene teil.
Was essen und trinken Sie gerne?
Alles, was meine Frau Roswitha zubereitet und dazu ein gut gekühltes Mineralwasser.
Ihre Lieblingseissorte?
Wiener Mandel aus dem Eis & Sahne Paradies in Vorst.
Lieber Frühling, Sommer, Herbst oder Winter?
Frühling. Aber gut, dass die Menschheit das Wetter nicht bestimmen kann.
Dahin verreisen Sie am liebsten?
Teneriffa bietet immer noch den ewigen Frühling und Sommer.
Ihre Lieblingsfarbe?
Ich habe es gerne etwas Ton in Ton, manchmal auch sehr bunt. Das kommt darauf an, ob es um Kleidung oder Kunst geht.
Das wollten Sie beruflich als Kind werden?
Solche Gedanken habe ich mir damals nicht gemacht, bis mein Lehrer mich 1960 gefragt hat, ob ich nicht als Lehrling bei der Gemeinde St. Tönis anfangen möchte.
Ihr größter Traum?
Eine Ausdehnung demokratischer Staatsformen auf dem Globus mit so hehren Zielen wie Friede, Freiheit und die Erhaltung der Schöpfung.
Haben Sie eine Lieblingsserie im TV?
Dokumentationen, die das Wissen bereichern, sehe ich gerne.
Welche geniale Erfindung wäre gerne von Ihnen?
Der Knopf zum Abschalten und ein digitaler Kalorienzähler.
Gerne mal persönlich kennenlernen würde ich?
Papst Leo XIV.
Zum Lachen bringt mich?
Ein guter Witz. Johannes Rau war da ein begnadeter Erzähler.
Haben Sie ein tägliches Ritual?
Duschen, Frühstück mit Zeitung und dann erst mal ins Büro.
Auf was können Sie nicht verzichten?
Auf mein iPhone, das mit iPad und Rechner verbunden ist.
Was schätzen Sie an Tönisvorst?
Die Überschaubarkeit der Stadt und die vielen Menschen, die hier nicht nur wohnen, sondern sich ehrenamtlich organisieren und damit unsere Gemeinschaft bereichern.
Privates
Alter: 79 Jahre
Familienstand: verheiratet
Kinder: drei
Erlernter Beruf: Diplom-Verwaltungswirt
Geburtsort: St. Tönis
Wohnort: Tönisvorst
Foto: Tobias Stümges