Eigentlich wollte Yannik Obczernitzki nur einmal sein Glück versuchen. Doch gleich bei seiner ersten Teilnahme am Schießen um die Würde des Kendelkönigs bewies der 34-Jährige Treffsicherheit. Mit dem 167. Schuss holte er am Ostermontag den Vogel von der Stange und darf sich nun für die kommenden vier Jahre Kendelkönig nennen.
An seiner Seite steht Königin Kira Gronotte. Komplettiert wird das Kendelkönigshaus durch die beiden Minister Timon Labusch (29) und Niklas van Bebber (31) sowie deren Ministerdamen Jasmin Grunau und Sarah van Stiphoudt.
Yannik Obczernitzki ist damit erst der dritte Kendelkönig in St. Hubert. Die besondere Königswürde wird alle vier Jahre ausgeschossen, einen Tag nach dem traditionellen Königsschießen der Schützen. Mitmachen dürfen alle ab 18 Jahren, die in St. Hubert wohnen und am Tag des Schießen keiner Schützenbruderschaft angehören. Acht Teilnehmer waren am Ende noch im Rennen, bevor Obczernitzki mit dem entscheidenden Schuss erfolgreich war.
Beruflich ist der neue Kendelkönig als Notfallsanitäter bei der Stadt Kempen tätig. Daneben studiert er Management in der Gefahrenabwehr. Mit seinen beiden Ministern verbindet ihn nicht nur die neue Aufgabe im Königshaus. Alle drei engagieren sich auch bei der Freiwilligen Feuerwehr in St. Hubert.
Dass aus dem Schießen mehr werden würde, war zunächst gar nicht geplant. Denn nach seinem Königsschuss entschieden sich Yannik Obczernitzki und seine beiden Minister, selbst in die St. Antonius-Männerbruderschaft einzutreten. Verpflichtend ist das für einen Kendelkönig nicht. „Wir hatten da einfach Bock drauf“, bringt es das Trio auf den Punkt.
Seinen großen Auftritt hat das Kendelkönigshaus beim Schützenfest vom 28. bis 30. August in Voesch. Beim Festumzug werden der Kendelkönig, seine Königin sowie die Ministerpaare natürlich mit dabei sein.
Für König Yannik Obczernitzki und seine Minister geht es bei ihrer Amtszeit aber um mehr als den Titel. Sie möchten dazu beitragen, gerade jüngere Menschen für das Schützenwesen und das Brauchtum zu begeistern. Traditionen wie das Schützenfest oder St. Martin lebten davon, dass sich immer wieder neue Menschen einbringen und Verantwortung übernehmen. (tob)
BU: Timon Labusch, Kendelkönig Yannik Obczernitzki und Niklas van Bebber. Foto: Tobias Stümges