Mehr als zwei Jahrzehnte lang prägte Gerta Peters als Vorsitzende die Geschicke des Reiterverein 1878 e.V. Vorst. Nun steht eine neue Frau an der Spitze. Seit April ist Anne-Kathrin Krahé Vorsitzende des traditionsreichen Vereins. Die 44-Jährige bringt dabei nicht nur jede Menge Erfahrung im Reitsport mit, sondern hat auch klare Vorstellungen davon, wie sich der Verein in den kommenden Jahren weiterentwickeln soll.
„Gerta Peters hat natürlich große Fußstapfen hinterlassen“, weiß Krahé um die Arbeit ihrer Vorgängerin, die seit 2005 und damit mehr als 21 Jahre an der Vereinsspitze stand. Doch die neue Vorsitzende möchte ihre Aufgabe ohnehin nicht als Einzelkämpferin angehen. „Ich sehe mich als Teil eines Vorstandsteams.“ Teamwork, gegenseitige Abstimmung und eine klare Aufgabenverteilung sollen die Vorstandsarbeit prägen. „Jeder macht die Dinge, die er gut kann. Ich bin sehr dankbar, dass die Arbeit auf mehreren Schultern verteilt ist. Sonst wäre der Posten für mich nicht zu machen.“
Im Verein ist Anne-Kathrin Krahé keine Unbekannte. Bereits vor ihrer Wahl zur Vorsitzenden war sie viele Jahre als Sportwartin aktiv. Auch beruflich und privat spielen Pferde in ihrem Leben seit Jahrzehnten eine große Rolle. Nach ihrer Ausbildung zur Notarfachangestellten folgte die Ausbildung zur Pferdewirtin. Mehr als 15 Jahre war sie erfolgreich als Berufsreiterin und Trainerin tätig. Heute arbeitet die zweifache Mutter hauptsächlich in der Buchhaltung der Firma ihres Mannes, bildet daneben aber weiterhin Reitschüler und Pferde aus. „Ohne Pferde geht es halt nicht“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.
Selbst ist sie aus zeitlichen Gründen nur noch selten im Turniersport aktiv. Dafür steht sie heute häufiger als Coach am Rand, unter anderem für ihre Tochter Lia.
Unter ihrer Führung soll im Reiterverein nicht plötzlich alles anders werden. Vielmehr möchte der neue Vorstand das weiterentwickeln, was den Verein mit seinen aktuell 212 Mitgliedern ausmacht. Dabei gehe es nicht allein um sportliche Erfolge. Ebenso wichtig seien Gemeinschaft und Zusammenhalt. Freizeit-, Sport- und Jugendreiter sollen sich gleichermaßen wohlfühlen und motiviert werden, sich aktiv in das Vereinsleben einzubringen.
Besonders die Nachwuchsarbeit soll durch neue Aktionen weiter gestärkt werden. Gleichzeitig möchte der Verein moderner auftreten und stärker auf Social Media setzen. Auch das traditionelle Reitturnier soll künftig über die Reitsportszene hinaus bekannter werden. „Wir möchten mehr Zuschauer aus Vorst anziehen, die vielleicht bisher noch gar nicht mit dem Reitsport verbunden sind“, erklärt Krahé.
Die erste große Gelegenheit dazu gibt es bereits am 12. und 13. September, wenn der Reiterverein zu seinem diesjährigen Reitturnier auf den Neuenhaushof einlädt. An beiden Tagen stehen von 9 bis etwa 17.30 Uhr spannende Prüfungen in Dressur und Springen bis zur Klasse M auf dem Programm. Der Eintritt ist frei und alle Gäste sind herzlich willkommen. Für Essen und Trinken ist selbstverständlich bestens gesorgt. Für die neue Vorsitzende, die in St. Tönis geboren und aufgewachsen ist und heute mit ihrer Familie in Vorst lebt, wird es zugleich das erste große Turnier in neuer Verantwortung. (tob)
BU: Vorsitzende Anne-Kathtin Krahé mit ihrem Familienpony Fanta. Foto: Tobias Stümges