Das Café International in Grefrath feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Seit seiner Gründung im Frühjahr 2016 ist es zu einem festen Treffpunkt für Begegnung, Austausch und gelebte Integration geworden.

Die ersten Kontakte entstanden bereits im Herbst 2015, als zahlreiche geflüchtete Menschen nach Grefrath kamen. Wenige Monate später wurde daraus das Café International. Seitdem kommen hier Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen, lernen sich kennen, tauschen sich aus und üben ganz nebenbei die deutsche Sprache.

Einen klassischen Vorsitz gibt es dabei nicht. Der „Motor“ des Cafés ist seit vielen Jahren Barbara Behrendt (62), Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Grefrath. Unterstützt wird das Café von Kolping Grefrath und derzeit sechs Ehrenamtlichen. 

Jeden Mittwoch von 16.30 bis 18.30 Uhr öffnet das Café International seine Türen in der Mensa der Schule an der Dorenburg, Burgweg 32. Lediglich während der Ferien kann es Ausnahmen geben. Über eine WhatsApp-Gruppe informiert Barbara Behrendt Woche für Woche über die Treffen.

Im Mittelpunkt steht das spielerische Erlernen der deutschen Sprache. Dafür hat Behrendt im Laufe der Jahre zahlreiche eigene Memorys, Quartetts, Bingos und Brettspiele entwickelt. Mindestens genauso wichtig ist jedoch das Miteinander. Es werden Kontakte geknüpft, Gespräche geführt und Menschen dabei unterstützt, in ihrer neuen Heimat Fuß zu fassen.

Wie international es dabei zugeht, hat sich im Laufe der Jahre immer wieder verändert. Menschen aus Afghanistan, Syrien, dem Iran, Irak, Indien, Eritrea, Marokko und weiteren Ländern waren bereits zu Gast. Aktuell besuchen vor allem Menschen aus der Ukraine das Café, zuletzt kam beispielsweise auch eine Familie aus Aserbaidschan hinzu.

Während zeitweise bis zu 50 Menschen, bei einzelnen Treffen sogar mehr als 100, das Angebot nutzten, sind es heute deutlich weniger. Für die Organisatoren ist das jedoch keineswegs eine schlechte Entwicklung. Im Gegenteil: Viele der früheren Besucher haben inzwischen Arbeit gefunden und sind längst in der Gesellschaft angekommen.

Genau das war von Beginn an eines der Ziele des Café International. „Und um die Menschen, die nun kommen, können wir uns umso intensiver kümmern“, erklärt die Mülhausenerin Barbara Behrendt.

Damit das Café auch in Zukunft ein lebendiger Ort der Begegnung bleibt, sind weitere helfende Hände jederzeit herzlich willkommen. Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich direkt bei Barbara Behrendt unter Barbara.behrendt@grefrath.de melden. (tob)

BU: Horst Jewanski, Jupp Nilges, Alfred Wolters, Barbara Behrendt, Rolf Mergen,
Raisa Rohalska, Sigrid Wolters, Svetlana Vodolazhska, Nina Drobchenko,
Iryna Didenkul und Tatjana Drobot. Foto: Gemeinde Grefrath