Eigentlich wollte Janina Jenkes-Ellgering im vergangenen Jahr bei der Kendel-Bühne zunächst nur zuschauen und die Theatergruppe kennenlernen. Doch dann kam alles anders. Nur eine Woche vor der Premiere sprang sie spontan für einen Mitspieler ein. In diesem Jahr gehört die 29-Jährige nun offiziell zum Ensemble und übernimmt gleich eine außergewöhnliche Rolle. Als Auftragsmörderin Tamara Kalikowa steht sie im November auf der Bühne des Forums St. Hubert.
Theater ist für Janina Jenkes-Ellgering kein Neuland. Schon während ihrer Grundschulzeit entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Bühne. Im mit ihrer Klasse selbst geschrieben Stück „Lotte Karotte“ spielte sie die Titelrolle. Später trat sie in der achten Klasse der Theater-AG am Gymnasium Thomaeum bei und übernahm dort verschiedene Rollen.
Danach wurde es einige Jahre ruhiger um ihr liebstes Hobby. „Das Theaterspielen hat mir wirklich gefehlt“, erzählt die 29-Jährige. Bis sie schließlich auf die Kendel-Bühne traf. „Die Menschen sind so offen und herzlich, dass ich mich direkt wohlgefühlt habe.“
Im vergangenen Jahr begleitete sie zunächst die Proben, um die Abläufe und das Ensemble kennenzulernen. Ein Auftritt war eigentlich noch gar nicht vorgesehen. Doch eine Woche vor der Premiere wurde kurzfristig Ersatz für einen Mitspieler benötigt, der später leider verstarb. Janina Jenkes-Ellgering sprang ein und stand damit schneller wieder auf der Bühne als gedacht.
Als Auftragsmörderin auf der Bühne
Seit diesem Jahr ist sie nun offiziell Mitglied der Kendel-Bühne. Nachwuchs kann das Ensemble gut gebrauchen. „Wir brauchen auch junge Schauspielerinnen und Schauspieler. Da kam ich wohl wie gerufen“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.
Ihre erste reguläre Rolle hat es gleich in sich. In der schwarzen Kriminalkomödie „Stirb schneller Liebling“ von Hans Schimmel spielt sie die Auftragsmörderin Tamara Kalikowa. Im Mittelpunkt steht ein Ehekrieg der besonderen Art. Statt einer Scheidung engagieren beide Ehepartner unabhängig voneinander jeweils einen Killer, der den ungeliebten Partner aus dem Weg räumen soll. Bei deren Auswahl beweisen beide allerdings kein glückliches Händchen und das Chaos nimmt seinen Lauf.
Seit Juli probt das Ensemble für die Aufführungen. Einen besonderen Trick zum Textlernen hat Jenkes-Ellgering nicht. Vieles bleibt bei den Proben hängen, zuhause liest sie ihre Texte immer wieder durch und auch ihr Mann hilft beim Lernen.
Mit St. Hubert ist die 29-Jährige seit ihrer Kindheit verbunden. Geboren in Krefeld, zog sie im Alter von fünf Jahren nach St. Hubert, besuchte dort Kindergarten und Grundschule und anschließend das Gymnasium Thomaeum in Kempen. „Meine Wurzeln sehe ich in St. Hubert“, sagt sie. Noch heute leben zahlreiche Familienmitglieder dort.
Mittlerweile wohnt die gelernte Industriekauffrau wieder in Krefeld-Inrath und hat im Juni geheiratet. Neben dem Theater liest sie gerne, hat einen kleinen Buchclub und beschäftigt sich mit kreativen Projekten. Ihre große Leidenschaft aber bleibt die Bühne. (tob)
Premiere im November
Premiere von „Stirb schneller Liebling“ ist am Samstag, 21. November, um 19 Uhr im Forum St. Hubert. Weitere Vorstellungen finden am 22. November um 16 Uhr sowie am 28. November um 19 Uhr und am 29. November um 16 Uhr statt.
Der Online-Vorverkauf startet am 28. September. Karten kosten 12,50 Euro. Ein persönlicher Vorverkauf findet zudem am 24. Oktober von 10 bis 12 Uhr im Pausenraum der ehemaligen Volksschule am Hohenzollernplatz 19 statt. Eventuelle Restkarten gibt es ab dem 27. Oktober bei mo’s Bücherkiste in St. Hubert.
BU: Janina Jenkes-Ellgering mit ihrem Textbuch für das neue Stück. Foto: Tobias Stümges