Nach fast 30 Jahren an ihrem bisherigen Standort hat die Skulptur „Luthers Traum“ des Hülser Künstlers Georg Zimmermann eine neue Heimat gefunden. Anfang Juli wurde das Kunstwerk auf einer Freifläche am Boomdyk/Ecke Am Königspark offiziell eingeweiht. Zuvor stand die Skulptur im Garten des Altenheims Maria Schutz an der Maria-Surmann-Straße in Traar. Nun ist sie dauerhaft im öffentlichen Raum in Hüls zu sehen und lädt zum Betrachten und Verweilen ein.

Entstanden ist das Werk bereits im Jahr 1991. Rund eineinhalb Monate arbeitete Georg Zimmermann an der Skulptur, deren markantes Gestaltungselement Glocken aus einer traditionsreichen Glockengießerei in Prüm in der Eifel sind. Mit ihrer klaren Formensprache verbindet die Skulptur handwerkliche Präzision mit einer tiefgründigen Symbolik. Der Glockenturm besitzt Signalwirkung. Er steht für das Rufen und Mahnen, bringt Menschen zusammen und warnt zugleich vor Gefahren.

Nicht zufällig wurde der neue Standort gewählt. Die Skulptur befindet sich am Übergang von der Natur zum Siedlungsgebiet. Die Bürgerinitiative „Lebenswertes Hüls“ versteht das Kunstwerk als Mahnung zu einem bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Damit erhält „Luthers Traum“ an seinem neuen Standort eine zusätzliche Aktualität und lädt dazu ein, sich mit den Themen Umwelt, Verantwortung und gesellschaftlichem Miteinander auseinanderzusetzen.

Georg Zimmermann, Jahrgang 1960, stammt ursprünglich aus Kevelaer und lebt seit 2011 gemeinsam mit seiner Familie in Hüls. Der glücklich verheiratete Künstler hat zwei erwachsene Söhne. Während der Ältere mit seiner Familie in Berlin lebt, wohnt der Jüngere noch im Elternhaus. Wenn es seine Zeit zulässt, widmet sich Zimmermann seiner großen Leidenschaft, der Kunst. Darüber hinaus ist er begeisterter Radfahrer und engagiert sich ehrenamtlich.

Gemeinsam mit seiner Ehefrau arbeitet er selbstständig im Krefelder Umweltzentrum, wo beide seit vielen Jahren Kindergeburtstage und Naturerlebnisprogramme gestalten. Das Angebot „Auf die Bäume, ihr Affen“ begeistert inzwischen seit rund 25 Jahren Kinder verschiedener Altersgruppen.

Auch künstlerisch entwickelt sich Georg Zimmermann stetig weiter. Aktuell beschäftigt er sich mit der Verbindung von Malerei, Fotofragmenten und Skulptur zu einem gemeinsamen Objekt. Parallel arbeitet er daran, seine Werke der vergangenen Jahre für einen Katalog zusammenzustellen. Gemeinsam mit seiner Frau betreibt er zudem den „Kunstraum Einsicht frei“, der sich inzwischen als feste Größe der regionalen Kunstszene etabliert hat. Im Herbst wird dort bereits die zwölfte Ausstellung eröffnet.

Auch an anderen Orten finden sich Arbeiten des Künstlers im öffentlichen Raum. So stammen zwei aus Eisen gefertigte Grabmale auf städtischen Friedhöfen ebenfalls aus seiner Hand. Mit „Luthers Traum“ ist nun ein weiteres Werk dauerhaft im Hülser Ortsbild präsent.

Möglich wurde die Aufstellung durch die Unterstützung des Bürgervereins Hüls, der Bürgerinitiative „Lebenswertes Hüls“ sowie der Stadt Krefeld. Gemeinsam haben sie dazu beigetragen, dass die Skulptur nach ihrem Umzug aus Traar einen neuen Platz gefunden hat. (tob)

BU: Georg Zimmermann vor seinem Werk „Luthers Traum“. Foto: Tobias Stümges