Es sind diese Spiele, von denen wohl jeder Fußballer träumt. Einmal im DFB-Pokal auf dem Platz stehen, vor großer Kulisse spielen und sich mit den Profis aus der Bundesliga messen. Für Morten Heffungs aus Hüls wurde dieser Traum am 21. August Wirklichkeit. Mit dem SC St. Tönis traf der 34-Jährige in der Krefelder Grotenburg auf Eintracht Frankfurt und stand dabei sogar in der Startelf.
Fußball begleitet den Hülser nahezu sein gesamtes Leben. Bereits im Alter von drei Jahren begann er mit dem Sport. „Ich war damals eigentlich das Mitbringsel von meinem Bruder Marvin“, erinnert sich Heffungs mit einem Schmunzeln an seine ersten Schritte auf dem Fußballplatz. Es folgten zahlreiche Stationen bei Vereinen in der Region. So spielte er für den SC Viktoria 09 Krefeld, den Hülser SV, Teutonia St. Tönis, ASV Einigkeit Süchteln, den 1. FC Viersen und den SC Union Nettetal.
Zur Saison 2023/24 zog es ihn schließlich zum SC St. Tönis. Ganz unbekannt war das Terrain für ihn allerdings nicht. Bereits in der Saison 2016/17 spielte Heffungs für Teutonia St. Tönis, noch vor der Fusion mit dem SV St. Tönis. Heute trägt der Stürmer, der auch auf dem Flügel eingesetzt werden kann, die Rückennummer 12 und steht drei- bis viermal in der Woche auf dem Trainingsplatz.
Sportlich hat Heffungs in seiner Laufbahn bereits einiges erlebt. Mit Viktoria Krefeld gelang ihm der Aufstieg in die Kreisliga A, mit dem 1. FC Viersen der Sprung in die Landesliga. Hinzu kam das Niederrheinpokal-Finale gegen den MSV Duisburg. Doch das DFB-Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt überstrahlt die bisherigen Erlebnisse noch einmal.
Gegen den Bundesligisten durfte der Hülser von Beginn an ran und stand rund 70 Minuten auf dem Platz. „Pure Freude und Glück, dieses Spiel erlebt zu haben. Es war einfach ein unvergesslicher Tag“, beschreibt Heffungs seine Emotionen. Und selbst nach dem Abpfiff hielt dieser besondere Fußballabend noch einen Höhepunkt für ihn bereit.
Beim obligatorischen Trikottausch sicherte sich Heffungs ausgerechnet das Trikot von Mario Götze, dem deutschen Weltmeister von 2014. Die Begegnung mit dem prominenten Eintracht-Profi blieb ihm dabei ebenfalls in besonderer Erinnerung: „Ein unfassbar bodenständiger Mensch.“
Trotz dieses außergewöhnlichen Erlebnisses sind die sportlichen Ziele des 34-Jährigen ganz bodenständig geblieben. An erster Stelle steht für ihn, verletzungsfrei zu bleiben. Schließlich lässt sich Fußball für den Polizeivollzugsbeamten längst nicht nur mit dem Beruf, sondern auch mit dem Familienleben verbinden. Morten Heffungs ist verheiratet und Vater einer Tochter. Im Oktober erwartet die Familie ihr zweites Kind. Und wenn neben Familie und Fußball noch etwas Zeit bleibt, steht er gerne auf dem Tennisplatz oder verreist mit seinen Liebsten.
Das Spiel gegen Eintracht Frankfurt aber dürfte einen ganz besonderen Platz in seiner persönlichen Fußballgeschichte behalten. Denn auch nach mehr als 30 Jahren auf dem Fußballplatz gibt es eben noch diese Momente, die selbst für einen erfahrenen Kicker etwas ganz Besonderes sind. (tob)
BU: Beim obligatorischen Trikottausch nach Spielende sicherte sich Heffungs ausgerechnet das Trikot von Mario Götze mit der Rückennummer 27, dem deutschen Weltmeister von 2014. Foto: Bryan Razzeto