Mit der Eröffnung des „Grünen Klassenzimmers“ hat die Katholische Grundschule Wiesenstraße ihren Schulhof um einen besonderen Lern- und Rückzugsort erweitert. Gemeinsam mit Schulleiter Stefan Ungruhe weihten Bürgermeister Christoph Dellmans (parteilos), Schüler sowie zahlreiche Gäste, Sponsoren und beteiligte Unternehmen das neue Projekt am 10. Juli offiziell ein.
Die Idee dazu entstand bereits vor rund drei Jahren. Schulpflegschaft, Förderverein und Kollegium beschäftigte die Frage, wie der Name „Wiesenstraße“ auch auf dem Schulgelände stärker sichtbar werden könnte. Denn bislang, so die Einschätzung der Schule, erinnerte der Schulhof eher an eine Straße als an eine Wiese. Gemeinsam mit der Stadt wurde schließlich eine bislang brachliegende Fläche hinter einem Betreuungsgebäude als geeigneter Standort gefunden.

Vor rund zwei Jahren begann die konkrete Planung gemeinsam mit Eltern und Unterstützern. Dabei brachten zahlreiche Firmen ihre Expertise ein und unterstützten bei der Umsetzung. Rund 25.000 Euro wurden insgesamt investiert. Ein Großteil der Kosten konnte durch die Stiftung einer Bank gedeckt werden.
Dass sich die Investition lohnt, zeigte sich bereits vor der offiziellen Eröffnung. An den heißen Tagen zum Ende des vergangenen Schuljahres nutzten die Kinder den Schatten der Platanen, um mit Büchern und Arbeitsheften nach draußen auszuweichen. Statt klassischem Frontalunterricht steht dabei vor allem individuelles und konzentriertes Lernen im Mittelpunkt. Die Kinder können sich auf den Baumstümpfen und Steinquadern verteilen, allein arbeiten oder sich in kleinen Gruppen zusammenfinden. Über eine App können die Lehrkräfte das Grüne Klassenzimmer für ihre Unterrichtsstunden reservieren.
Doch der neue Bereich soll nicht nur während des Unterrichts genutzt werden. Auch in den Pausen bietet er Kindern, die nicht toben oder rennen möchten, einen ruhigen Rückzugsort. Daraus ist bereits eine weitere Idee entstanden. Zweimal pro Woche wird das Grüne Klassenzimmer zum „Lesegarten“, wenn eine Lehrerin den Kindern dort Geschichten vorliest.
Und abgeschlossen ist das Projekt noch lange nicht. Bewusst wurden bei der Planung Flächen für weitere Ideen freigehalten. Denkbar sind beispielsweise Hochbeete oder ein Barfußpfad. Auch Teile des Sachunterrichts sollen künftig unmittelbar in und mit der Natur stattfinden.
Schulleiter Stefan Ungruhe dankte allen Sponsoren, Unterstützern und beteiligten Unternehmen, die das Projekt möglich gemacht haben. So ist aus einer brachliegenden Fläche ein neuer Ort entstanden, der zeigt, dass Schule nicht immer nur im Klassenzimmer stattfinden muss. (tob)
BU: Philipp Platzen, Schulleiter Stefan Ungruhe, Bürgermeister Christoph Dellmans, Axel Höfkes (Baumschule Höfkes), Ina Haffmanns, André Neubert, Christian Wagner und Thomas Rox vom Förderverein der Schule sowie Nadine Küppers. Foto: Tobias Stümges