Mehr als zwei Jahrzehnte hat Nicole Waßen die Finanzpolitik der Stadt Tönisvorst entscheidend mitgeprägt. Mit Ablauf des 31. Mai endete die Amtszeit der Kämmerin und Ersten Beigeordneten. Nun wurde die gebürtige Krefelderin für ihre besonderen Verdienste mit der Seulenmedaille der Stadt Tönisvorst ausgezeichnet. Der Beschluss des Stadtrates fiel einstimmig.

2005 übernahm Waßen die Leitung der Abteilung Finanzen, ein Jahr später wurde sie zur Kämmerin ernannt. Gerade zwei Jahre im Amt, stellte sie die weltweite Finanzkrise 2008/2009 vor eine enorme Herausforderung. Sinkende Einnahmen, steigende Sozialausgaben und wachsende Kassenkredite belasteten die Kommunen. Mit klarer Linie und konsequentem Sparkurs gelang es Waßen, Tönisvorst auch durch schwierige Zeiten zu führen und ein Haushaltssicherungskonzept bis heute abzuwenden.

„Nicole Waßen prägte über zwei Jahrzehnte die Finanzpolitik der Stadt und setzte Maßstäbe für kommunales Finanzmanagement“, würdigte Bürgermeister Kevin Schagen ihre Arbeit.

Auch bei der Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements spielte ihre Expertise eine wichtige Rolle. Tönisvorst gehörte seinerzeit zu den Pilotkommunen. 2010 wurde die Verwaltungsfachfrau, Bilanzbuchhalterin und studierte Betriebswirtin erstmals zur Beigeordneten gewählt, 2018 folgte die Wiederwahl.

Auf Empfehlung der Verwaltung wurde Waßen aus gesundheitlichen Gründen nicht erneut gewählt. Mit dem Ende ihrer Amtszeit trat sie gemäß Gemeindeordnung NRW in den Ruhestand.

Wie groß die Wertschätzung für die langjährige Kämmerin ist, zeigte auch ihre Verabschiedung mit rund 70 Gästen. Ihre Kolleginnen und Kollegen bezeichneten sie dabei als „Fels in der Brandung“. Eine Würdigung für mehr als zwei Jahrzehnte voller Fachwissen, Geradlinigkeit und Menschlichkeit. (tob)

BU: Bürgermeister Kevin Schagen überreichte im Juni bei einem Abschiedsfest die Ehrenurkunde der Seulenmedaille. Foto: Stadt Tönisvsorst / C. Perchthaler