Seit nunmehr 55 Jahren stehen die Malteser in Kempen für gelebte Nächstenliebe, ehrenamtliches Engagement und Hilfe für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Was im Dezember 1971 mit einer kleinen Gruppe engagierter Bürger begann, hat sich zu einer festen Größe im sozialen Leben der Stadt entwickelt. Heute gehören 2.253 Mitglieder zur Kempener Malteserfamilie.

Gegründet wurde die Malteser-Einheit Kempen im damaligen Lokal Wilmen am Kuhtor. Zu den Gründungsmitgliedern zählten Dieter Sandmann, Propst Johannes Hüskes, Hermann Heussen, Franz Palm und Hans Voetz. Als erster Stadtbeauftragter baute Dieter Sandmann die junge Gliederung vom sogenannten „Vatikänchen“ neben der Propsteikirche am Kirchplatz aus auf. Gemeinsam mit engagierten Messdienern entstand Schritt für Schritt eine leistungsfähige Einheit, die sich von Beginn an den christlichen Werten der Nächstenliebe und Barmherzigkeit verschrieben hat.

Einer dieser Messdiener war Hans-Joachim Herbst. Der heute 70-Jährige erinnert sich noch gut an die Anfangszeit. Gemeinsam mit weiteren Jugendlichen absolvierte er einen Erste-Hilfe-Kurs des Malteser Hilfsdienst aus Lobberich in Kempen. Es folgten der Ausbilderschein sowie die Ausbildung zum Zugführer. 1980 wurde Herbst Rettungsassistent und war anschließend 15 Jahre lang auf dem Rettungswagen und dem Notarztwagen der Kempener Rettungswache im Einsatz. Sein Werdegang steht beispielhaft für viele Ehrenamtliche, die aus den Reihen der Malteser Verantwortung übernommen und den Rettungsdienst in Kempen nachhaltig geprägt haben.

Nach Dieter Sandmann führten Rudolf Weiand, Kurt Heinz und seit 2015 Frank Lange die Geschicke der Kempener Malteser. Gemeinsam mit der ehrenamtlichen Geschäftsführerin Irmgard Heise (76) steht Frank Lange (68) heute an der Spitze der Gliederung.

Ein wichtiger Meilenstein war der Umzug in das eigene Haus an der Verbindungsstraße 27 im Jahr 1988. Bis heute schlägt dort das organisatorische Herz der Kempener Malteser. Von hier aus koordinieren rund zwei Dutzend aktive Ehrenamtliche ihre vielfältigen Einsätze. Auch die Kleiderkammer ist dort untergebracht.

Längst sind die Malteser aus Kempen nicht mehr wegzudenken. Zu ihren Angeboten gehören die Suppenküche, die Kleiderkammer, der Rikscha-Fahrdienst, der mobile Einkaufswagen, der Hospizdienst, Sanitätsdienste sowie seit Kurzem eine eigene Jugendgruppe. „Wir helfen an allen Fronten, das ist unsere DNA“, beschreibt Frank Lange den Anspruch der Hilfsorganisation.

Die Arbeit endet dabei nicht an den Stadtgrenzen. Regelmäßig sind die Kempener Malteser bei Großveranstaltungen im Einsatz, unter anderem im Borussia-Park in Mönchengladbach. Bei zahlreichen Bundesligaspielen von Borussia Mönchengladbach und Länderspielen der deutschen Nationalmannschaft sorgten die Ehrenamtlichen für die sanitätsdienstliche Versorgung der Besucher. Bis heute finanzieren sich die vielfältigen Angebote der Kempener Malteser überwiegend aus Spenden. (tob)

BU: Hans-Joachim Herbst, Irmgard Heise und Frank Lange. Foto: Tobias Stümges 

Infokasten: Jubiläumsfest 

Samstag, 4. Juli
ab 11 Uhr
Pfarrkirche St. Josef, Kamperlings

Die Malteser laden alle Bürger ein, das 55-jährige Bestehen gemeinsam zu feiern. Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Programm mit Essen und Getränken, Musik, Informationsständen, Glücksrad, Verlosung und Kinderunterhaltung mit Tattoos, Malaktionen, Wurfspielen und Fotowand.

Außerdem präsentieren die Malteser ihre Fahrzeugflotte mit Transporter, Rikscha, Quad und Motorrad. Wer möchte, kann eine Runde mit der Rikscha drehen. Auch die neue Jugendgruppe stellt sich vor und informiert über ihre Arbeit. Der Eintritt ist frei.