15 Jahre war sie aus dem Kempener Stadtbild verschwunden, nun ist sie wieder da. Die historische Kreisbank des japanischen Künstlers Katsuhito Nishikawa kehrt an ihren ursprünglichen Standort auf der Wiese vor der Kempener Burg zurück. Möglich gemacht hat dies ein breites bürgerschaftliches Engagement. Im Oktober wird die Kreisbank offiziell an die Stadt Kempen übergeben.
Ihre Geschichte reicht zurück bis zum 700-jährigen Stadtjubiläum Kempens im Jahr 1994. Mit dem Abschluss der Altstadtsanierung entstand damals die Idee eines Skulpturenweges durch die Grünanlagen rund um die Stadt. Zwölf Künstler beteiligten sich mit Entwürfen, sechs Arbeiten wurden ausgewählt. Einen besonderen Zuspruch der Kempener erhielt Nishikawas „Kreisbank“, die mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde. 2001 wurde sie schließlich rund um einen großen Baum auf der Wiese vor der Burg errichtet.
Doch die intensive Nutzung hinterließ Spuren. Ursprünglich sollten die Ständer aus Gusseisen bestehen, letztlich wurde Gussaluminium verwendet. Immer wieder musste die Kreisbank repariert werden. Als die Schäden dauerhaft nicht mehr in den Griff zu bekommen waren, folgte 2011 der Abbau. Seitdem lagerte das Kunstwerk bei der Stadt.
Neue Bewegung kam 2023 in das Thema. Heinz Wiegers, Ute Gremmel-Geuchen und Gilbert Scheuß vom Arbeitskreis des Vereins „Denk mal an Kempen“ suchten das Gespräch mit der damaligen Kulturamtsleiterin Dr. Elisabeth Friese über den Verbleib der Kunstwerke am ehemaligen Kreisgebäude. Nahezu zeitgleich entstand innerhalb des Lions Club Kempen die Idee, der Kreisbank neues Leben einzuhauchen. Im Herbst 2024 nahm der Club das Vorhaben mit Unterstützung des Bürgermeisters Christoph Dellmans (parteilos) schließlich konkret in Angriff.
Es folgten zahlreiche Gespräche mit Fachleuten und die Entwicklung eines Konzeptes, das nicht nur eine Reparatur, sondern auch eine nachhaltige Verstärkung vorsah. Ende 2025 entstanden erste Prototypen für Ständer und Holzelemente, Mitte 2026 konnte die eigentliche Produktion beginnen.

Dabei war viel Kempener Handwerkskunst gefragt. Unternehmen aus der Thomasstadt kümmerten sich um die Reparatur und Verstärkung der Aluminiumständer. Besonders aufwendig gestaltete sich die Aufarbeitung der insgesamt 540 Eichenhölzer, die unterschiedlichste Krümmungen aufweisen. Aufgrund der vorhandenen Schäden mussten letztlich mehr Holzelemente ersetzt werden als zunächst gedacht. Die Kempener Schreinerei Stosiek übernahm schließlich die Verantwortung für den erfolgreichen Wiederaufbau der gesamten Kreisbank Ende August.
Möglich wurde das Projekt auch durch großzügige finanzielle Unterstützung. Zu den Förderern gehörte unter anderem Lions-Freund Dr. Günter Schauenburg, der im Juli dieses Jahres verstorben ist und die Rückkehr der Kreisbank nicht mehr miterleben kann.
Was 1994 mit einem Künstlerwettbewerb begann, 2001 vor der Burg seinen Platz fand und 2011 zunächst aus dem Stadtbild verschwand, ist damit zurück. Mit der Kreisbank erhält Kempen nicht nur ein Kunstwerk zurück, sondern auch einen besonderen Treffpunkt und ein Stück Stadtgeschichte. (tob)
BU: Sitzend v.l.: Gilbert Scheuss, Edith Stefelmanns (Führerin für den Skulpturenweg), Dr. Wilhelm Stratmann (Lions Vize-Präsident) und die ehemalige Kulturamtsleiterin Dr. Elisabeth Friese. Stehend v.l.: Dr. Thomas Depolt (Lions Sekretär) und Ute Gremmel-Geuchen. Fotos: Tobias Stümges