Eishockey auf dem Eis eines NHL-Teams, Nordlichter über Minnesota, Wasserski auf dem See und Freundschaften, die bis heute geblieben sind. Hinter Merit Grundei liegt ein außergewöhnliches Jahr. Die 17-jährige Schülerin des Luise-von-Duesberg-Gymnasiums verbrachte als Stipendiatin des Parlamentarischen Patenschafts-Programms ein Austauschjahr im US-Bundesstaat Minnesota. Nun ist sie zurück in Kempen und hat jede Menge Erinnerungen im Gepäck.

Dabei begann ihr amerikanisches Abenteuer zunächst alles andere als einfach. Mit ihrer ersten Gastfamilie verstand sich Merit nicht und auch von ihrer Austauschorganisation YFU fühlte sie sich in dieser Situation nicht ausreichend unterstützt. Schließlich wechselte sie die Familie und zog zu einer Schulfreundin. Eine Entscheidung, die für Merit zum Wendepunkt wurde. „Mit der neuen Gastfamilie habe ich mich super verstanden“, erzählt die Tönisbergerin. Besonders zu ihrer Gastschwester entwickelte sich eine enge Verbindung, die auch nach ihrer Rückkehr geblieben ist.

Schnell fand die Kempenerin auch in der Schule Anschluss. Besonders beeindruckt haben sie die Offenheit der Menschen, das Verhältnis zu den Lehrern und das Miteinander im amerikanischen Schulalltag. Viele Freundschaften aus dieser Zeit bestehen bis heute.

Eine wichtige Rolle spielte dabei der Sport. Merit stand nicht nur beim Tennis und Golf auf dem Platz, sondern entdeckte vor allem das Eishockey für sich. Als Torhüterin gehörte sie zu einem erfolgreichen Team und durfte sogar auf dem Eis spielen, das auch die Minnesota Wild aus der nordamerikanischen Profiliga NHL nutzen. Hinzu kam der Besuch des „Hockey State“, bei dem die besten Mannschaften Minnesotas aufeinandertreffen.

Auch das Leben in ihrer Gastfamilie bot Erfahrungen, die Merit aus Kempen so nicht kannte. Das Haus lag direkt an einem See, die Familie besaß ein eigenes Boot und Merit lernte Wasserski und Wakeboard fahren. Football- und Baseballspiele, der Prom und zahlreiche Schulveranstaltungen gehörten ebenso zu ihrem neuen amerikanischen Alltag.

Viele Seiten der USA kennengelernt

Während ihres Austauschjahres blieb es längst nicht bei Minnesota. Merit reiste unter anderem nach Arizona, Kalifornien, Florida, South Dakota und Washington D.C. In der amerikanischen Hauptstadt kam sie im Rahmen ihres Stipendiums auch mit Politikern ins Gespräch. Disneyland und die Universal Studios standen ebenso auf dem Programm wie Besuche bei NHL- und Baseballspielen. Zu den besonderen Naturerlebnissen gehörten für sie die Nordlichter in Minnesota.

BU: Merit Grundei mit ihrer Gastschwester Maddie im Disneyland. Foto: privat

Als Teilnehmerin des Parlamentarischen Patenschafts-Programms war Merit zugleich Junior-Botschafterin Deutschlands. Sie leistete gemeinnützige Arbeit und stellte ihren Mitschülern in einem Vortrag Deutschland und das Leben hierzulande vor. Nach ihrer Rückkehr tauschte sie sich mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Martin Plum, der während ihres Aufenthaltes ihre parlamentarische Patenschaft übernommen hatte, und LvD-Schulleiter Benedikt Waerder über ihre Erfahrungen aus.

Inzwischen hat für Merit wieder der Schulalltag in Kempen begonnen. Aufgrund ihrer guten Leistungen konnte sie direkt in die Jahrgangsstufe 12, die Q1, einsteigen und verliert durch das Austauschjahr keine Schulzeit.

Ganz abgeschlossen ist das Kapitel USA für sie ohnehin nicht. Vor allem ihre Freunde, ihre Gastfamilie und die Schul- und Sportveranstaltungen vermisst sie. Bereits in den Weihnachtsferien möchte sie deshalb zurückkehren und ihre Gastfamilie besuchen. Auch ein späteres Studium in den Vereinigten Staaten kann sie sich vorstellen.

Zunächst geht es aber am LvD weiter. Auch für die Zeit nach der Schule hat die 17-Jährige, die am 29. Januar volljährig wird, erste Vorstellungen. Anwältin zu werden könnte sie sich ebenso vorstellen wie einen beruflichen Weg im Marketing. (tob)

BU: Merit Grundei mit Dr. Martin Plum bei der Vorstellung im letzten Jahr. Bild aus Archiv: Tobias Stümges