Wenn am 9. und 10. November Kinder und Schüler mit ihren leuchtenden Fackeln durch die Kempener Altstadt ziehen, darf auch der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Kempen nicht fehlen. Seit 1987 begleiten die Musiker die traditionellen Martinszüge auf Position drei im Zug und sorgen mit ihren Blechblasinstrumenten für die passende musikalische Untermalung.
Rund 15 aktive Mitglieder gehören derzeit dem Ensemble an, das sich jeden Mittwoch von 19 bis 20.30 Uhr zu seinen Proben in der Thomaskirche an der Kerkener Straße 11 trifft. Gespielt werden sämtliche in Kempen bekannten Martinslieder. Einen besonderen Favoriten gibt es dabei nicht. „Wir verteilen die Lieder eigentlich sehr regelmäßig. Lediglich ,Bummela Laterne‘ spielen wir meist etwas seltener“, verrät Chorleiterin Stefanie Hollinger mit einem Augenzwinkern.
Für die Musiker beginnen die beiden großen Martinszüge bereits vor dem eigentlichen Start. Am 9. November trifft sich der Posaunenchor um 17.45 Uhr an der Propsteikirche St. Marien. Nach dem Zug klingt der Abend traditionell am katholischen Pfarramt an der Judenstraße bei einem Glühgetränk und einem letzten Martinslied aus. Am 10. November steht zunächst ein Besuch beim St. Martin auf dem Programm. In diesem Jahr ist es erstmals Georg Funken. Anschließend begleiten die Musiker den St. Martin und seine beiden Herolde musikalisch von seinem Zuhause aus über die Vorster Straße und die Peterstraße bis zur Propsteikirche St. Marien. Dort übernimmt das Fanfarenkorps Blau-Weiß Kempen 1959 e.V. und geleitet das Martinstrio über die Ellenstraße zur Zugaufstellung an der Mülhauser Straße.
Doch nicht nur zu St. Martin sind die Klänge des Posaunenchors zu hören. In diesem Jahr sind die Musiker erstmals auch beim Adventssingen am Kuhtor am Freitag vor dem zweiten Advent dabei. Ein fester Bestandteil des Jahreskalenders ist darüber hinaus das traditionelle Turmblasen auf der Kempener Burg an Heiligabend. (tob)
BU: Der Posaunenchor vor dem Zug am 10. November 2025 auf dem Gelände der Baumschule Trienekens. Stefanie Hollinger (re.) leitet den Chor seit neun Jahren. Foto: Tobias Stümges