Die Landesgartenschau in Neuss ist erst seit wenigen Tagen Geschichte, 2029 geht es nach Kleve und 2032 vielleicht nach Kempen? Was zunächst noch wie eine Zukunftsvision klingt, könnte in einigen Jahren tatsächlich Wirklichkeit werden. Denn die Stadt Kempen beschäftigt sich bereits seit mehreren Monaten intensiv mit einer möglichen Bewerbung um die Ausrichtung der Landesgartenschau 2032. Nachdem der Rat der Stadt am 13. Oktober beschlossen hat, die entsprechende Machbarkeitsstudie weiterzuführen, soll nun auch die Bürgerschaft aktiv in die Planungen eingebunden werden.

Kempen bringt dafür durchaus gute Voraussetzungen mit. Eine historische Altstadt, attraktive Grünflächen und zahlreiche Menschen, die sich mit großem Engagement für ihre Heimat einsetzen. Eine Landesgartenschau könnte die Gelegenheit bieten, diese Stärken miteinander zu verbinden und die Stadt langfristig weiterzuentwickeln. Dabei geht es um weit mehr als Blumen, Gärten und eine Großveranstaltung, die nach einigen Monaten wieder Geschichte ist.

„Eine Landesgartenschau ist weit mehr als eine große Ausstellung von Blumen und Gärten. Sie ist eine einmalige Gelegenheit, unsere Stadt langfristig weiterzuentwickeln, neue Grün- und Erholungsräume zu schaffen, bestehende Bereiche aufzuwerten und die Lebensqualität für alle Generationen nachhaltig zu verbessern“, betont Bürgermeister Christoph Dellmans (parteilos). Dabei zieht er auch einen Vergleich zur Vergangenheit. Schon die Sanierung der Kempener Altstadt in den 1960er- und 1970er-Jahren habe gezeigt, wie nachhaltige Stadtentwicklung das Gesicht einer Stadt über Generationen hinweg prägen könne. Eine Landesgartenschau im Jahr 2032 könnte aus seiner Sicht einen ähnlichen Impuls geben.

Innerhalb der Stadtverwaltung beschäftigen sich bereits seit einigen Monaten verschiedene Fachbereiche mit den Möglichkeiten einer solchen Großveranstaltung. Federführend eingebunden sind der Erste und Technische Beigeordnete Torsten Schröder, das Grünflächenamt und das Planungs-, Bauordnungs- und Denkmalamt.

Ob eine Bewerbung tatsächlich realistisch ist, wird derzeit im Rahmen einer Machbarkeitsstudie untersucht. Diese wird vom Büro Heuschneider LANDSCHAFTSARCHITEKTEN gemeinsam mit der Planungsgesellschaft „scheuvens + wachten plus“ und der Stadtverwaltung erarbeitet. Dabei sollen mögliche Flächen, Entwicklungspotenziale und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewerbung genauer betrachtet werden. Sollte der Rat der Stadt Kempen die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie positiv bewerten und einer Bewerbung Ende Januar 2027 zustimmen, könnten die Bewerbungsunterlagen bereits Anfang März 2027 eingereicht werden.

Eine entscheidende Rolle sollen dabei die Menschen in Kempen spielen. Denn welche Grünflächen könnten aufgewertet werden? Wo fehlen attraktive Aufenthaltsorte? Wie lässt sich die Stadt besser auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten? Und welche Veränderungen würden die Lebensqualität auch über das Jahr 2032 hinaus verbessern? Antworten auf diese und weitere Fragen möchte die Stadt gemeinsam mit den Bürgern entwickeln.

„Politik und Verwaltung ist es wichtig, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen. Eine Landesgartenschau kann nur dann zu einem wirklichen Erfolg werden, wenn sie von der Gesellschaft in unserer Stadt mitgetragen und mitgestaltet wird“, erklärt Dellmans. Dabei seien ausdrücklich alle Bürger eingeladen, unabhängig davon, ob sie in Kempen, St. Hubert, Tönisberg oder Schmalbroich leben.

Bereits unmittelbar nach den Herbstferien startet deshalb ein breit angelegter Beteiligungsprozess. Den Auftakt bildet eine öffentliche Bürgerinformationsveranstaltung am Mittwoch, 4. November, um 18 Uhr im Rokokosaal in Kempen. Hier werden die bisherigen Überlegungen und das weitere Bewerbungsverfahren vorgestellt. Gleichzeitig haben die Besucher die Möglichkeit, eigene Ideen und Anregungen einzubringen. Eine weitere Gelegenheit zum persönlichen Austausch gibt es am Freitag, 6. November, vormittags auf dem Kempener Wochenmarkt. Ergänzend soll eine Online-Plattform eingerichtet werden, über die sich Interessierte ebenfalls beteiligen können. Sämtliche Anregungen werden anschließend ausgewertet und sollen in die weitere Konzeption einfließen. (tob)

BU: Der Erste und Technische Beigeordnete Torsten Schröder und Patricia Schürmann arbeiten mit Verwaltung, Politik und einer Planungsgesellschaft an einer Landesgartenschau 2032 in Kempen. Foto: Tobias Stümges